Neurodiversität und was sie für die Arbeitsumgebung bedeutet

Inklusion und Diversität sind in der Arbeitswelt angekommen. Neben Aspekten wie Gender, Herkunft und Alter wird auch das Thema Neurodiversität mehr und mehr diskutiert. Was genau damit gemeint ist und wie Sie eine neurodivers-freundliche Arbeitsumgebung kreieren, das möchten wir Ihnen in diesem Beitrag näherbringen.

Neurodiversität kann für Unternehmen eine wertvolle Bereicherung sein

Was ist Neurodiversität?

Diversität umfasst verschiedene Dimensionen – eine davon ist die Neurodiversität. Bei dieser geht es in erster Linie um die folgenden zwei Aspekte:

  1. Ein (stärkeres) Bewusstsein dafür zu schaffen, dass neurologische Unterschiede von Menschen nichts anderes sind als alternative Arten, die Welt wahrzunehmen.

  2. Wege zu kreieren, die es neurodiversen Menschen ermöglichen, ihr Potenzial zu entfalten.

Neurodiverse Muster, die unter dem Begriff „Neurodiversität“ gefasst werden, sind zum Beispiel Legasthenie, Dyspraxie, ADHS oder Autismus-Spektrum-Störungen (ASS). In der Arbeitswelt können Mitarbeiter*innen, die nicht dem neurotypischen Muster entsprechen, eine echte Bereicherung für Unternehmen sein. Entsprechend lohnt es sich für Firmen, dem Thema Neurodiversität offen zu begegnen.

Neurodiversität: „Anderssein“ als Vorteil

Neurodiversität zielt darauf, die positiven Eigenschaften neurodiverser Menschen herauszustellen und als Bereicherung zu erkennen. Viele Angestellte, die neurodivers sind, bringen beispielsweise neue Perspektiven und Denkweisen ein, was wiederum den Innovationsgeist im Team beflügelt. Auch eine gesteigerte Kreativität, ein herausragendes Langzeitgedächtnis, eine sehr genaue Mustererkennung oder eine höhere Konzentration auf bevorzugte Bereiche sind verbreitete Stärken neurodiverser Menschen. Hinzu kommen Soft Skills wie Ehrlichkeit und Loyalität. Und auch in puncto Kommunikation gibt es Vorteile. Oftmals schätzen neurodiverse Menschen eine klare, direkte Kommunikation. Das beugt Missverständnissen vor und hilft, Prozesse und Kommunikationsketten effizienter zu gestalten. Damit diese und weitere Stärken zum Vorschein kommen, ist die richtige Arbeitsumgebung entscheidend. Wie lassen sich Büros kreieren, in denen sich alle wohl fühlen? Generell lässt sich sagen, dass es sowohl auf die räumliche wie auch auf die psychologische Komponente ankommt.

Büros neurodivers-freundlich einrichten – so funktioniert’s

Möchten Sie eine Arbeitsatmosphäre schaffen, in der sich sämtliche Teammitglieder wohlfühlen, sollten Sie verschiedene Aspekte berücksichtigen:

Offenheit und psychologische Sicherheit

Eine wichtige Voraussetzung, um den Büroalltag für neurodiverse Kolleg*innen angenehmer zu gestalten, ist Offenheit. Wer in seinem Unternehmen das Bewusstsein für die vielen Facetten von Diversität stärken und die Arbeitsumgebung an die Bedürfnisse neurodiverser Mitarbeiter*innen anpassen will, der sollte das Thema offen im Team ansprechen. So erreichen Sie, dass das Thema Aufmerksamkeit erhält, und vergrößern das Wissen im Unternehmen über Neurodiversität. Gibt es eine Unternehmenskultur, in der auch Persönliches problemlos angesprochen werden kann, helfen Gespräche über Neurodiversität außerdem dabei, psychologische Sicherheit aufzubauen.

Neurodivers-freundliche Büroräume

Ein zweiter Aspekt, den Sie bedenken sollten, ist die räumliche Gestaltung der Büros. Viele neurodiverse Menschen sind feinfühlig für sensorische Eindrücke. Bereits kleine Anpassungen wie dimmbare Leuchten oder das Bereitstellen von Noise-Cancelling-Kopfhörern können deshalb einen großen Effekt haben. In Co-Working-Büros, wo oft viele Menschen an größeren Arbeitstischen zusammensitzen, ist das Einrichten ruhiger Arbeitszonen oder einiger Einzelbüros sinnvoll. Daneben kann auch eine Anpassung von Arbeitsabläufen Wirkung zeigen.

Flexibilität

Manche Menschen, die neurodivers sind, haben die Fähigkeit zur Hyperfokussierung, durch die sie für eine bestimmte Zeit äußerst intensiv an einer Aufgabe arbeiten können. Dafür benötigen sie im Anschluss oft längere Pausen zum Ausgleich. Flexible Arbeitszeitmodelle kommen dem entgegen und machen es den Mitarbeiter*innen leichter, in ihrem eigenen optimalen Rhythmus zu arbeiten.

Wandel zu mehr Neurodiversität in der Arbeitswelt

Neurodiversität gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit – auch und vor allem in der Arbeitswelt. Damit neurodiverse Mitarbeiter*innen ihr Potenzial voll ausschöpfen können, ist die richtige Umgebung entscheidend. Sie möchten sich für mehr Inklusion engagieren? Setzen Sie sich mit den individuellen Bedürfnissen Ihrer Mitarbeiter*innen auseinander. So haben Sie einen ersten Ansatzpunkt, um die Arbeitsbedingungen so zu verändern, dass sich alle im Team noch wohler fühlen.