Pflanzen am Arbeitsplatz: Die Top Ten der Büropflanzen

Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Wir möchten natürlich nicht davon ausgehen, dass der Begriff „Hoffnung“ die in deutschen Büros vorherrschende Gefühlslage beschreibt, aber eines ist gewiss: Pflanzen am Arbeitsplatz sorgen für eine lebendige Atmosphäre und sind für ein angenehmes Raumklima zuständig. Größere Büropflanzen können sogar als gestalterisches Element in ein ganzheitliches Raumkonzept einbezogen werden und als Raumtrenner oder Schallabsorber fungieren. Insofern tragen Büropflanzen auf vielfältige Art und Weise entscheidend zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung bei.

Die Top Ten der Büropflanzen besteht aus einer kleinen Auswahl besonders pflegeleichter Grünpflanzen.

Wozu überhaupt Büropflanzen? – 8 gute Gründe

Eine Büropflanze ist weit davon entfernt, nur überflüssiger Dekor zu sein. Mitarbeiter*innen in begrünten Büros fühlen sich motivierter, entspannter und zufriedener, wie zahlreiche Umfragen und Studien bereits zeigten. Auch für die folgenden objektiv messbaren, positiven Effekte zeichnen sich Pflanzen unmittelbar verantwortlich:

  • Sauerstoffproduktion:
    Pflanzen konsumieren CO2 und produzieren Sauerstoff, was die Luftqualität merklich verbessert.
  • Temperaturkonstanz:
    Grünpflanzen wirkend regulierend auf die Raumtemperatur und gleichen Temperaturschwankungen aus, wodurch das Erkältungsrisiko der Mitarbeiter*innen sinkt.
  • Luftbefeuchtung:
    Pflanzen verdunsten das zugeführte Wasser über die Blätter. Trockene Büroluft, die vor allem im Winter Infektionen begünstigt, wird dadurch automatisch befeuchtet.
  • Schadstofffilter:
    Formaldehyd, Trichlorethan, Xylole, Toluol, Benzol oder Aceton – all diese Schadstoffe, die technische Geräte, minderwertige Bodenbeläge oder Büromöbel ausdünsten können, filtern Pflanzen aus der Luft.
  • Keimreduktion:
    Da Pflanzen Staubpartikel aus der Luft filtrieren, sinkt auch die Keimbelastung um bis zu 70 Prozent.
  • Sichtschutz:
    In Open-Space-Büros und Großraumbüros können Grünpflanzen als Sichtschutz und Raumteiler eingesetzt werden und so das Gefühl permanenter Beobachtung und Überwachung nehmen.
  • Schallabsorption:
    Vor allem großblättrige Grünpflanzen üben eine schalldämpfende Wirkung aus. Dadurch sinkt die Lärmbelastung, während die Konzentration der Mitarbeiter*innen steigt.
  • Leistungssteigernde Wirkung:
    Die grüne Farbe der Pflanzen wirkt beruhigend, stressreduzierend, motivierend und konzentrationssteigernd. Zudem bieten die Pflanzen einen Anreiz, den Blick häufiger vom Bildschirm abzuwenden und den gestressten Augen so eine Ruhepause zu gönnen.

Welche Pflanzen sorgen für ein gutes Raumklima? Die Top Ten der Büropflanzen

Wir sind überzeugt: Grünpflanzen sind eine Bereicherung für jede Arbeitswelt und dürfen in keinem Büro fehlen! Aus diesem Grund präsentieren wir hier unsere Top Ten der Büropflanzen.

#1 Bogenhanf (Sansevieria trifasciata)

Bis zu einem Meter hoch können die spitz zulaufenden, länglichen Blattzungen des Bogenhanfs aus der Erde hervorstechen. Aufgrund der sukkulenten (wasserspeichernden) Eigenschaften der Blätter, kann der Bogenhanf auch sehr lange Phasen ohne Wasserzufuhr überleben. Maximal einmaliges Düngen pro Monat während der Wachstumsmonate von Mai bis Oktober genügen, Umtopfen ist erst nach mehreren Jahren notwendig.

Auch bezüglich der Lichtzufuhr und Temperatur ist der Bogenhanf anspruchslos, solange es nicht über längere Zeit kälter als 15°C wird. Die afrikanische Wüstenpflanze filtert Benzol, Trichlorethylen, Toluol und Xylole aus der Luft. Sauerstoff produziert sie vorrangig nachts. Mehrere Bogenhanf-Pflanzen nebeneinander in hohen Pflanzkübeln gruppiert, ergeben einen hervorragenden palisadenartigen, natürlichen Raumtrenner.

#2 Baumfreund (Philodendron scandens)

Der Baumfreund ist eine Kletterpflanze, die bis zu zweieinhalb Meter hoch werden kann und in hellen Büros bestens gedeiht. Direkte Sonneneinstrahlung verträgt sie allerdings nur zum Morgen oder Abend. Im Winter benötigt die Pflanze nur wenig Wasser, von April bis Oktober sollte der Baumfreund stets feucht gehalten und alle drei Wochen mit Flüssigdünger versorgt werden. Die Spezialität des Baumfreundes ist es, Formaldehyd aus der Umgebungsluft zu filtern.

#3 Benjamin oder Birkenfeige (Ficus benjamini)

Der Benjamin erfreut sich flächendeckend höchster Beliebtheit in deutschen Büros, ist jedoch anspruchsvoller als so manch andere Büropflanze. Zwar benötigt der bis zu zwei Meter hohe Zimmerbaum relativ wenig Wasser, doch braucht er einen Standort in Fensternähe, wo er optimalerweise direkte Sonneneinstrahlung am Morgen und Abend erhält. Zugluft und Standortwechsel führen oft zu Blattverlust.

Der eigentlich in den Tropenwäldern Südasiens beheimatete Ficus benjamina filtert Xylol, Toluol und Formaldehyd aus der Luft. Latexallergiker sollten den Kontakt mit dem Saft des Ficus meiden. Er kann sich an der Blattoberfläche an Staub binden und so in die Raumluft gelangen.

#4 Gummibaum (Ficus elastica)

Ganz ähnlich wie der Benjamin, braucht auch der Gummibaum nur wenig Wasser, ist jedoch auf einen hellen Standort ohne Zugluft angewiesen. Je nach Topfgröße und Standort kann der Gummibaum eine Wuchshöhe von einem bis zwei Metern erreichen.

Die Raumtemperatur sollte nicht unter 18°C fallen. Auch müssen die Blätter des Gummibaums in regelmäßigen Abständen von Staub befreit werden: Einerseits, um die luftreinigende Wirkung zu erhalten und andererseits, um das Risiko der Bindung des Pflanzensaftes an Staub zu verhindern, was auch bei diesem Ficus allergische Reaktionen bei Latexallergikern auslösen könnte.

#5 Dieffenbachie (Dieffenbachia maculata)

Viel mehr als einen hellen bis halbschattigen Standort und regelmäßiges Gießen benötigt die Dieffenbachie nicht, um sehr schnell zu wachsen und eine Höhe von bis zu einem Meter zu erreichen. Sogar kürzere Trockenperioden verzeiht die Zimmerpflanze. Wegen ihrer großen Blattflächen ist die Dieffenbachie stark luftreinigend und filtert Formaldehyd, Xylole und Toluol aus der Büroluft.

#6 Drachenbaum (Dracaena reflexa, Dracaena marginata)

Der Drachenbaum ist eine hervorragende Option für Büroräume, die nur wenig Sonneneinstrahlung erhalten. Etwas Abend- oder Morgensonne und Wärme sind beinahe schon alles, was das sparsame, bis ein Meter hohe Agavengewächs braucht. Obwohl es nur wenig Wasser und Dünger benötigt, erhöht es die Luftfeuchtigkeit, filtert Staub und Schadstoffe wie Formaldehyd, Xylole, Toluol, Benzol und Trichlorethen aus der Luft. Gießen müssen Sie Ihren Drachenbaum nur einmal alle fünf Tage, im Winter gar nur einmal in 14 Tagen.

#7 Grünlilie (Chlorophytum comosum)

Es muss nicht unbedingt der Kaktus sein: Die Grünlilie ist die perfekte Pflanze für alle, die nicht mit einem grünen Daumen gesegnet sind. Ihren Zweitnamen „Beamtenpalme“ erlangte sie wohl aber vor allem aufgrund der Tatsache, dass sie sich einer großen Beliebtheit als Büropflanze erfreut. Sie legt keinerlei Wert auf bestimmte Helligkeit, Temperatur oder Humidität. Dennoch entfaltet sie eine luftfilternde Wirkung. Da sie nur eine maximale Wuchshöhe von 60 Zentimetern erreicht, eignet sich die Grünlilie besonders als Tischpflanze zur Begrünung individueller Arbeitsplätze oder gemeinschaftlich genutzter Tische.

#8 Aloe Vera

Die Echte Aloe schafft ein gutes Raumklima. Da sie nur wenig Wasser und eine Düngergabe einmal pro Monat benötigt, ist sie eine sehr pflegeleichte Büropflanze. Erst wenn das Substrat vollständig getrocknet ist, sollte gegossen werden. Lediglich auf einen warmen und gut belichteten Standort ohne zu intensive direkte Sonneneinstrahlung ist die Aloe Vera angewiesen. Daher eignet sie sich als Tischpflanze für gut beleuchtete Arbeitsplätze und zur Begrünung von Fensterbänken.

#9 Efeutute (Scindapsus aureus)

Die Efeutute ist auch als Tongapflanze oder Goldranke bekannt. Als Büropflanze kann die Efeutute entweder hängend in einer Blumenampel oder rankend an einer Kletterhilfe heimisch werden. An halbschattigen bis hellen, doch vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Orten gedeiht sie am besten.

Im Vergleich zu den anderen genannten Büropflanzen braucht die Efeutute etwas mehr Wasser. Regelmäßiges Gießen nach Abtrocknen der obersten Substratschicht ist sinnvoll. Da die Efeutute eine hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt, ist zusätzlich zum Gießen zu empfehlen, sie regelmäßig mit Wasser zu besprühen. Sie dankt es mit ihrer hervorragenden luftreinigenden Eigenschaft.

#10 Steckenpalme (Rhapis excelsa)

Die Stecken- oder Rutenpalme ist eine langsam wachsende Schirmpalme. Sie erreicht eine Wuchshöhe von einem bis zwei Metern und bildet dabei mehrere Stämme aus. Der Standort für die Steckenpalme sollte hell bis halbschattig ohne zu viel direkte Sonneneinstrahlung gewählt werden.

Sobald die oberste Substratschicht getrocknet ist, muss die Steckenpalme gegossen werden. Da sie aber den ein oder anderen Fauxpas verzeiht, handelt es sich auch bei der Steckenpalme um eine pflegeleichte Büropflanze.

Tipps für die Pflanzenpflege

Mit dem Kauf der Bürobegrünung ist es längst nicht getan. Im Vergleich zum Büromöbel benötigt eine Pflanze entsprechende Pflege. Regelmäßiges und wohl dosiertes Gießen, Düngen, Ausgeizen, Kappen und Beschneiden verlangen Organisation und Engagement. Beherzigen Sie daher noch folgende Tipps:

  • Pflegeleichte Pflanzen wählen: Eine Büropflanze muss es verkraften können, nicht jeden Tag die optimale Pflege zu erhalten. Über lange Wocheneden, Büroschließtage und in Ferienzeiten können Durststrecken entstehen, die eine Büropflanze problemlos überleben sollte.
  • Zuständigkeiten benennen: Treffen Sie Absprachen, wer welche Pflanze wann genau zu gießen hat. Mangelnde Bewässerung schadet der Pflanze, Überwässerung kann im Übrigen gesundheitliche Folgen für Ihre Mitarbeiter*innen nach sich ziehen, da sich im dauerfeuchten Milieu Schimmelpilze, Parasiten und Mikroorganismen in den Pflanzkübeln ideal vermehren.
  • Bewässerungssysteme und Wasserreservoirs anschaffen: Ein gutes Bewässerungssystem oder die Hydrokultur von Zimmerpflanzen mit einem Substrat aus Blähtonkugeln übernehmen ihre Bewässerung über längere Zeiträume automatisch. Ein Schwimmkörper zur Wasserstandsanzeige hilft zu erkennen, wann Wasser nachgefüllt werden muss.