Telearbeit in der Post-Corona-Welt

Spätestens seit Pandemiebeginn zählen Telearbeit und mobiles Arbeiten für viele Beschäftige zum Alltag. Eine aktuelle Erhebung für den Eurofound-Bericht „Living, working and COVID-19“ zeigt darüber hinaus: Auch nach Corona werden die Konzepte höchstwahrscheinlich die Arbeitswelt prägen.

Telearbeit und mobiles Arbeiten – diese Vor- und Nachteile gibt es

Telearbeit in der Post-Corona-Welt

Spätestens seit Pandemiebeginn zählen Telearbeit und mobiles Arbeiten für viele Beschäftige zum Alltag. Eine aktuelle Erhebung für den Eurofound-Bericht „Living, working and COVID-19“ zeigt darüber hinaus: Auch nach Corona werden die Konzepte höchstwahrscheinlich die Arbeitswelt prägen. Im Rahmen des Berichts gaben allein im Jahr 2020 rund 78 Prozent der Befragten an, zumindest gelegentlich von zu Hause aus arbeiten zu wollen – auch wenn die Kontaktbeschränkungen aufgehoben sind.

Was bedeutet das für Unternehmen? Welche rechtlichen Aspekte sind für Arbeitgeber*innen und Mitarbeitende relevant? Und an welchen Stellen weisen die geltenden Rahmenbedingungen für Telearbeit und Co. aktuell (noch) Lücken auf? Dem und mehr gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund.

Home-Office, Telearbeit, mobiles Arbeiten: Was ist eigentlich der Unterschied?

Wenngleich Institutionen wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung oder der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages genau zwischen „Telearbeit“ und „mobilem Arbeiten“ unterscheiden, werden die Begriffe im Alltagssprachgebrauch weniger scharf voneinander abgegrenzt. Festhalten lässt sich im Allgemeinen die folgende Zweiteilung:

  • Mobiles Arbeiten ist zunächst einmal schlicht ortsunabhängig. Mitarbeitende können ihre Aufgaben überall erledigen – sei es im Café, im Zug, einem Co-Working-Space, am Strand oder eben im eigenen Zuhause.
  • „Telearbeit“ bezeichnet hingegen meistens die häusliche Telearbeit, bei der sich die Wirkungsstätte ausschließlich in den eigenen vier Wänden der Mitarbeitenden befindet. „Home-Office“ lautet die umgangssprachliche Bezeichnung für dieses Modell. Daneben gibt es die alternierende Telearbeit, bei der die Angestellten abwechselnd zu Hause und im Firmenbüro ihrer Arbeit nachgehen.

Die Chancen von Telearbeit und mobilem Arbeiten

Telearbeit und mobiles Arbeiten bringen sowohl den Mitarbeitenden wie auch Arbeitgeber*innen vielfältige Vorteile: Angestellte gewinnen durch die Modelle ein Plus an Flexibilität und Autonomie, sodass sie Beruf und Familie besser vereinbaren können. Arbeitgeber*innen benötigen weniger feste Büroplätze und können die Bürofläche teilweise anderweitig nutzen – etwa zum Empfang von Kund*innen oder als Besprechungszone für Team-Meetings. Darüber hinaus hat die Pandemie gezeigt, dass sich mobiles Arbeiten im Home-Office für die Arbeitgeber*innen durchaus lohnt. Bei einer Studie der Krankenkasse DAK im Sommer 2020 gab die Mehrheit der befragten Angestellten (56 Prozent) an, am heimischen Schreibtisch produktiver oder eher produktiver zu arbeiten als am herkömmlichen Arbeitsplatz.

Hinweis: In Ihrem Unternehmen sind hybride Arbeitsmodelle oder die häusliche Telearbeit zum neuen Standard geworden und Sie möchten frühere Büroplätze umgestalten? Wir von GSE-System gehen dieses Projekt gerne gemeinsam mit Ihnen an und finden ein Raumkonzept, mit dem Sie das Beste aus Ihrem Firmensitz machen!

Die besonderen Herausforderungen der modernen Arbeitsformen

Abgesehen von den spezifischen, Corona-bedingten Vorschriften, stellen Telearbeit und mobiles Arbeiten viele Unternehmen vor grundsätzliche Fragen: Welches Equipment haben Arbeitgeber*innen zu stellen? Wie steht es um die Erreichbarkeit der Mitarbeitenden? Und was gilt es, in puncto Datenschutz und Privatsphäre zu beachten? Rechtlich gibt es zur Telearbeit und zum mobilen Arbeiten keine eindeutige Regelung. Wann und unter welchen Bedingungen derartige Arbeitsmodelle möglich sind, haben Arbeitgeber*innen im Einzelfall zu entscheiden. Ein paar Vorschriften gibt es aber dennoch: So haben Arbeitgeber*innen auch bei der häuslichen und alternierenden Telearbeit darauf zu achten, dass Vorschriften zum Arbeitsschutz, Datenschutz oder Arbeitszeitregelungen eingehalten werden:

 

  • Eine permanente Erreichbarkeit oder eine Überwachung jedweder Tätigkeit ist nicht rechtens. Der Schlüssel heißt damit Vertrauen statt Kontrolle.
  • Gehen die Angestellten regelmäßig der Telearbeit nach, hat die Chefetage sicherzustellen, dass zu Hause ein angemessener, ergonomischer Arbeitsplatz vorhanden ist.
  • Je nachdem welche Tätigkeiten ausgeführt werden und welche Gerätschaften dazu nötig sind, wird Unternehmen geraten, entsprechendes Equipment zur Verfügung zu stellen. Bemerken die Mitarbeiter*innen, dass relevante Geräte im Home-Office fehlen, kann es sinnvoll sein, dies in einem Gespräch mit der Teamleitung anzusprechen.
  • Einigen sich Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*in darauf, dass mobil gearbeitet wird, sollten sämtliche Vereinbarungen diesbezüglich unbedingt schriftlich festgehalten werden, um rechtlichen Problemen vorzubeugen. Überlegen Sie zum Beispiel, den Arbeitsplatz längerfristig an einen Ort außerhalb des Firmenbüros zu verlegen, wollen Aspekte wie Arbeits- und Präsenszeiten genau geregelt sein – insbesondere dann, wenn Sie Ihr Home-Office in eine andere Stadt oder gar ins Ausland verlegen möchten.

 

 

Hinweis: Die Dringlichkeit eines klaren Rechtsrahmens zur Telearbeit und zu Formen mobilen Arbeitens hat der Europäische Rat am 14. Juni 2021 in seinen Schlussfolgerungen zum Thema formuliert. Die EU-Mitgliedsstaaten werden unter anderem aufgerufen, sich mit den Potenzialen und Risiken der Arbeitsmodelle zu befassen und Leitlinien bezüglich der Organisation zu formulieren.

Telearbeit: So gelingt die Zusammenarbeit im virtuellen Raum

Telearbeit und mobiles Arbeiten fordern auch – und gerade – in Sachen Kommunikation nach klaren Regelungen. Je genauer Ihr Team darüber unterrichtet ist, wann was von wem erwartet wird, wann Absprachen nötig sind, was Meilensteine sind und zu welchen Zeiten die Mitarbeiter*innen erreichbar sein müssen, desto besser funktioniert die Zusammenarbeit im virtuellen Raum. Darüber hinaus kann es helfen, an einer stabilen Vertrauensbasis im Team zu arbeiten, um die virtuelle Zusammenarbeit noch weiter zu verbessern. Ziehen alle an einem Strang und begegnen einander mit Vertrauen, sinkt auf Führungsebene der Bedarf an Kontrolle. Bei den Angestellten wiederum nimmt der Druck ab, ständig erreichbar sein und Höchstleistungen erbringen zu müssen.

Telearbeit und mobiles Arbeiten wollen gut vorbereitet sein

Die Corona-Pandemie hat vielen Unternehmen gezeigt, dass Telearbeit und mobiles Arbeiten funktionieren. Dennoch gibt es sowohl für Arbeitgeber*innen wie auch für Arbeitnehmer*innen einiges zu bedenken, soll die virtuelle Zusammenarbeit auf lange Sicht eine Option für die Mitarbeitenden bleiben. Es gilt: Je klarer interne Vereinbarungen formuliert und festgehalten werden, desto besser ist Ihr Team aufgestellt und desto mehr können alle gemeinsam von den Vorteilen und Chancen der modernen Arbeitsmodelle profitieren.